Summa cum laude

Shownotes

**In dieser Folge spreche ich über: **

  • Die Promotion und was danach wirklich passiert ist
  • Warum eine 3,6 Abiturnote einen Doktortitel überschattet und was das mit Menschen mit ADHS macht
  • Die erste und zweite Runde Bewerbungen: achtzig Versuche, neunundsiebzig Absagen
  • Die Entscheidung gegen den PostDoc im Ausland und warum sie die richtigste war die ich treffen konnte
  • Den Job der sich nach sechs Monaten als zu enge Schachtel herausgestellt hat
  • Eine Frage einer Kollegin auf einer Messe in Verona die ich nicht beantworten wollte
  • Warum das ADHS-Gehirn in linearen Systemen strukturell benachteiligt ist
  • Den Unterschied zwischen Scheitern und Überleben
  • Der erste Schritt in die Selbstständigkeit und was ihn ausgelöst hat

Was du aus dieser Folge mitnehmen kannst: Der erste Schritt aus einem Muster heraus sieht selten heroisch aus. Er sieht meistens aus wie eine Entscheidung die man trifft obwohl man nicht genau weiß wohin sie führt. Das ist genug. Das reicht.

Mein Buch: Herzschlag im Nebel Alle Muster die ich hier beschreibe, Schutzreaktionen, Erschöpfung, das Gefühl nicht zu passen, finden sich in meinem Buch wieder. Erzählt aus der Perspektive eines zehnjährigen Kindes. Meine Geschichte, in einer anderen Form. Erhältlich bei Amazon

Transkript anzeigen

00:00:03: Spurensuche Wege aus dem Trauma.

00:00:07: Ich bin Timo, Berater Coach und jemand der selbst lange gesucht hat.

00:00:12: In diesem Podcast folge ich den Spuren die ADHS und Trauma im Leben hinterlassen nicht aus der Vogelperspektive sondern von innen mit allem was dazu gehört Den Umwegen, den Mustern, den Momenten die man erst Jahrzehnte später versteht.

00:00:28: Willkommen bei Spuren Suche.

00:00:34: Es gibt Momente die sich anfühlen wie eine Art von Ankunft.

00:00:39: Man hat gekämpft, man hat durchgehalten!

00:00:41: Man hat Wege gefunden wo keine waren und dann irgendwann steht man da mit einem Ergebnis das schwarz auf weiß beweist.

00:00:52: es hat funktioniert.

00:00:54: ich hatte so ein moment promotion summa cum laude der bestmögliche abschluss.

00:01:02: Ich hab angefangen, soziologisch zu studieren.

00:01:07: Sogenannte Social Science.

00:01:09: Dann Lehramt ... dann Lehramt Physik.

00:01:12: Dann Diplomphysik.

00:01:14: Alles eigentlich ohne eine einzige bestandene Klausur.

00:01:18: Parallel dazu aber auch schon vorher während der Schulzeit habe ich in Baumärkten gearbeitet um mir mein Leben und später auch meinen Studium zu finanzieren.

00:01:27: Und dann stand ich da mit dem höchsten akademischen Abschluss den man erreichen kann.

00:01:32: Aber was danach kam Hatt ich überhaupt nicht erwartet.

00:01:36: In dieser Folge spreche ich mit dem, der in diesem Moment stand.

00:01:40: Stolz!

00:01:41: Er leichtert aber auch vollkommen ahnungslos was als nächstes passieren würde.

00:01:47: Wie hat sich das angefühlt?

00:01:50: In den moment unglaublich und das meine ich wirklich wörtlich.

00:01:54: Ich konnte es kaum glauben.

00:01:55: eigentlich glaube ich dass selbst heute noch nicht wirklich Sommarkumlaude.

00:02:00: Das hatte ich mir nie wirklich vorgestellt Vor allen Dingen nicht nach der Schulzeit und nach den vielen Studiengängen.

00:02:06: Ich wollte einfach fertig werden, einen wirklich guten Abschluss machen ... Und dann kam das?

00:02:12: Du warst stolz!

00:02:13: Ja, aber das war mehr als stolz.

00:02:17: Das war Bestätigung von außen.

00:02:20: Der Beweis, dass ich doch was kann.

00:02:23: Dass all die Umwege nicht bedeutet haben, dass es irgendwie nicht draufhaben würde.

00:02:28: Dann hast du dich angefangen zu bewerben.

00:02:32: Pharmaunternehmen, Forschungseinrichtungen.

00:02:35: Aber auch Stellen an der Uni – zwanzig vielleicht noch dreißig Bewerbungen in der ersten Runde!

00:02:40: Was ist passiert?

00:02:42: Fast nichts Standardabsagen.

00:02:45: Eigentlich meistens gar keine Rückmeldung oder Rückmeltungen nach zwei Jahren.

00:02:50: Der häufigste Grund fehlende Berufserfahrung.

00:02:53: Ich hatte zwar gerade insgesamt fünf Jahre also Diplomarbeit plus Doktorarbeit Forschung auf höchstem Niveau abgeschlossen Aber das galt nicht als eine Art von Berufserfahrung.

00:03:05: Und die Uni gab es da die Möglichkeit, irgendwie dort zu bleiben?

00:03:09: Die war da!

00:03:10: Mein Professor hat das auch unterstützt.

00:03:12: Wir haben sogar ne Junior-Professur angestrebt, haben Anträge gestellt und den ganzen bürokratischen Weg gemacht.

00:03:20: Aber ohne dass ich ne Postdoczeit im Ausland antreten würde, war das kaum realistisch.

00:03:27: Das wären mindestens zwei Jahre im Auslands gewesen... Und das war keine Option?

00:03:32: Nein, das stand nie zur Debatte.

00:03:34: Wir waren mitten im Hausbau oder in der Planung des Hausbaus.

00:03:38: Meine Frau stand kurz vor der Verbeamtung als Lehrerin und hatte schon lange einen Job als Angestelltelehrerin.

00:03:45: Das war keine abstrakte Frage, das war eine ganz konkrete Entscheidung!

00:03:49: Für mich selbst war das auch immer klar – die Verbeamten meiner Frau war wichtiger.

00:03:54: Punkt ist es einfach ein viel wichtigerer Job.

00:03:56: Haben andere das verstanden?

00:03:58: Nee ... Das hat niemand verstanden.

00:04:01: Mein Professor nicht, aber auch vor allem Personalverantwortlich auf Jobmessen nicht.

00:04:05: Alle haben dann gefragt, warum kommt denn ihre Frau nicht einfach mit?

00:04:08: Sie können nach Frankreich gehen und da mal zwei Jahre verbringen.

00:04:12: Ihre Frau geht in eine Schule und kommt wieder!

00:04:16: Als wäre so ne Fairbeamtung der Aufbau ihres Lebens eine Kleinigkeit, die man eben verschiebt.

00:04:23: Und dann kam das Angebot ... Ja, es war weniger ein Angebot.

00:04:27: Es war einfach, dass ich mich darüber ausgelassen habe wie schwierig es doch ist einen Job zu finden.

00:04:32: und das hab' ich einer anderen Dozentin mit der ich auch zusammengearbeitet hab erzählt und die hat mir dann erzählt, dass ihr Mann eine Softwarefirma hat und ich da mal vorbeischauen sollte.

00:04:43: Ich bin dann auch dahin gefahren, einfach mal um vorbeizuschauen Und während des Gesprächs oder vorher waren wir eigentlich nicht wirklich bewusst, dass es in einem Vorstellungsgespräch war und am Ende des Gespräks hatte ich dann plötzlichen Jobangebot Sozusagen der Spatz in der Hand.

00:04:58: Ja, es war der Spatz in der hand Ich habe ja nichts anderes gefunden.

00:05:03: Also hab ich dann ja gesagt wie war der Anfang?

00:05:07: Die ersten Monate waren okay wenn nicht sogar auch wirklich gut.

00:05:11: Ich war zum einen froh dass ich überhaupt was gefunden hatte.

00:05:13: ich habe endlich eine struktur gehabt Endlich ein gehalt und Richtung.

00:05:19: Ich war auch so ein bisschen back to the roots wieder in der it.

00:05:22: das habe ich früher als Jugendlicher eben auch sehr gerne gemacht und war da insgesamt auch ganz zufrieden mit.

00:05:28: Und nach sechs Monaten?

00:05:31: Na ja, nach ein paar Monaten eigentlich schon fast früher haben dann die Risse angefangen.

00:05:36: Die Software, die wir verkaufen sollten, war einfach zu teuer gerade in dem Bereich wo wir unterwegs waren, gerade im akademischen Bereich.

00:05:44: Da wird jeder Send fünfmal umgedreht, um zu schauen ob es da nicht eine günstigere Lösung gibt.

00:05:49: Es wird immer das sogenannte wirtschaftlichste Angebot genommen.

00:05:54: Dementsprechend war es so, dass wir in Kundengesprächen reinweise Absagen bekommen haben.

00:05:58: Nicht weil irgendwie die Software zu schlecht gewesen wäre sondern einfach weil der Preis nicht stimmte.

00:06:02: das waren nicht möglich für akademische Institute und wenn sie dann aber doch mal verkauft wurde Für meistens sehr wenig Geld damit überhaupt wegging hat er Vertrieb Dinge versprochen Die die software gar nicht leisten konnte und du warst derjenige der das dem Kunden erklären musste.

00:06:20: Ja ich war der implementierer.

00:06:22: Ich stand da beim Kunden mit Software, die nicht das konnte was vorher versprochen wurde.

00:06:28: Und die Wut der Kunden hat sich dann an mir entladen für Dinge, die ich selbst nicht entschieden hatte.

00:06:34: Wir haben deine Kreativität und deine Ideen dahinein gepasst.

00:06:38: wie man sich das denken kann überhaupt nicht.

00:06:40: Die Technik hinter der Software neben der Tatsache dass es viel zu teuer war, war völlig veraltet.

00:06:47: Das basierte auf Techniken von vor zehn Jahren, was im IT-Bereich quasi fast astronomische Zeiträume sind.

00:06:55: Selbst wenn ich auf Messen war, wo ich neue Techniken lernen konnte, Workshops mitgemacht habe und konnte das überhaupt nicht einsetzen weil die Software dafür überhaupt nicht fähig gewesen war.

00:07:07: Eigene Ideen waren zusätzlich auch nicht erwünscht!

00:07:11: Wir waren Anhängsel eines großen Softwareherstellers also wir waren der Implementierungspartner.

00:07:17: Der große Software-Steller hat sich die interessantesten Projekte selbst genommen und hat dann die kleinen Dinge eher an uns überlassen.

00:07:25: Wie lange hast du das ausgehalten?

00:07:28: Länger, als ich eigentlich sollte!

00:07:30: Ich hab aus dem Job heraus noch mal achtzig Bewerbungen geschrieben – wirklich achtzig.

00:07:35: Und bin neunundseipzig Mal abgelehnt worden.

00:07:38: Aber einmal nicht bei einer Softwareberatungsfirma in Frankfurt.

00:07:43: Ich hab dann einen Bewerbungstag mitgemacht, der war in München.

00:07:45: Weil die Firma Zwei-Standorte hatte also konnte ich mir quasi auch ausrechnen, dass ich mal nach München hätte fahren müssen und das war kein klassischer Bewerbungstag mit vielen Bewerbern sondern da wurde sich jeweils immer nur um eingekümmert also in dem Fall um mich.

00:08:01: man hat dann so ein ganzen Tag mit gemacht und am Ende des Tages hieß es dann ja oder nein was ich prinzipiell immer noch eine sehr gute Sache finde das halt nicht irgendwo was hinausgezögert wird Und am Ende hätte das auch gepasst.

00:08:15: Aber jetzt kommt das große ABER!

00:08:17: Die Konditionen waren insgesamt schlechter, es gab weniger Grundgehalt als das Gehalt was ich bereits hatte.

00:08:23: Es gab zwar höhere Incentives also Prämien aber diese waren in den ersten Jahren kaum zu erreichen und es wäre zusätzlich auch noch jeden Tag eine Stunde Fahrt hin, eine zurück gewesen und keine festen Arbeitszeiten sondern sogenannte Vertrauensarbeitszeit Das heißt halt in Beratungsfirmen meistens so um die sechzig bis achtzig Stunden pro Woche.

00:08:46: Du hast trotzdem deinem Vorgesetzten gesagt, dass du gehst?

00:08:49: Ja und er hat dann alles versucht als er es außer allen Wolken gefallen weil er das nicht gecheckt hatte wie unzufriedenlich gewesen war.

00:08:56: Und er hat auch alles versucht um mich zu halten.

00:08:58: Ich habe einen Fortbildungsbudget bekommen kleinere Incentives Aber keine wirkliche echte Veränderung Die vorgesetzt waren.

00:09:07: Konfliktscheu Der Abteilungsleiter war ne völlige Fehlbesetzung, sowohl menschlich als auch vom Wissen her.

00:09:14: Und alle wussten das!

00:09:16: Nur hat es keiner angesprochen... Also bist du geblieben?

00:09:21: Ja ich bin geblieben aber es wird nicht besser.

00:09:26: Dann war da noch die Messe in Verona.

00:09:30: Was ist dort passiert?

00:09:32: Es waren eine Kollegin Wir standen zusammen am Stand und sie hat mich einfach frei raus gefragt ganz direkt ohne irgendeine große Einleitung Warum bist du eigentlich mit deinem Abschluss hier?

00:09:43: Warum machst Du nicht mehr?

00:09:45: und wer hat sich das angefühlt?

00:09:48: Ich würde sagen zerrissen.

00:09:50: ich war innerlich wirklich komplett zerrissene.

00:09:52: einerseits hatte ich nach all den niederlagen endlich was einen job ein gehalt eine struktur.

00:09:59: aber andererseits hat diese frage was in mir berührt dass schon lange auch in mir geschwählt hatte Diese frage die ich mir selbst nicht gestellt hatte weil ich keine antwort darauf wollte.

00:10:10: Welche Frage?

00:10:12: Wie konnte das passieren, dass ich mit einem Doktortitel auf einer Messe stehe und versuche Software zu verkaufen.

00:10:21: Und was hast du nach außen hin geantwortet?

00:10:24: Ich glaub' ich hab einfach nur gelacht... ...und dann ganz schnell das Thema gewechselt!

00:10:39: Das ADHS-Gehirn funktioniert in bestimmten Umgebungen absolut herausragend.

00:10:43: Da wo Neuheit gefragt ist, da wo ungewöhnliche Verbindungen entstehen, wo es keinen vorgezeichneten Weg gibt.

00:10:50: Die Promotion hat das bewiesen – fünf Jahre Forschung ein Thema dass Ausdauer verlangt und den Ergebnis des für sich selbst spricht.

00:10:59: Das Problem ist dann das danach!

00:11:01: Denn die Welt bewertet nicht nur das Ergebnis.

00:11:04: Die Welt bewärtet den Weg.

00:11:09: Die Lücken im Lebenslauf, die Studienwechsel und ein ADHS-Gehirn produziert eben viele, viele Umwege.

00:11:17: Auch dann wenn es am Ende ankommt – besonders dann!

00:11:21: In einem Vorstellungsgespräch hat mir mal jemand ins Gesicht gesagt «mit dem Abischnitt kann ihr Doktor ja nichts wert sein».

00:11:29: Ich habe diesen Satz lang in mir herumgetragen.

00:11:33: Er hat sich in etwas eingenistet das schon da war Das Gefühl, dass die eigene Art zu denken, zu leben und zu funktionieren falsch ist.

00:11:42: Zu viel Umweg – zu wenig Linie – zu schwer einzuordnen.

00:11:48: Was dabei passiert, ist neurobiologisch erklärbar.

00:11:52: Wenn ein Mensch mit ADHS wiederholt erlebt das seine Art zu sein auf Ablehnung stößt Nicht weil es mangelnde Leistungen gibt Einfach wegen mangelnder Linearität.

00:12:05: Dann entsteht etwas, das weit über Enttäuschung hinausgeht.

00:12:09: Es entsteht eine tiefe Überzeugung.

00:12:12: Ich passe nicht!

00:12:13: Ich bin so kompliziert ich muss mich verbiegen um zu funktionieren.

00:12:20: Das ist der Punkt wo ADHS und Trauma sich berühren.

00:12:25: Trauma entsteht nicht nur durch große Erschütterungen Trauma entsteht auch durch das wiederholte Erleben einer einzigen Botschaft.

00:12:31: So wie du bist Reicht es nicht.

00:12:34: Und wenn diese Botschaft oft genug kommt, in Vorstellungsgesprächen, in Absageschreiben aus dem Blick von Kollegen die nicht verstehen warum man mit einem Doktortitel Software Demos macht dann beginnt man irgendwann selbst daran zu glauben.

00:12:48: Man lacht auf einer Messe in Verona und wechsel das Thema weil die Wahrheit einfach so groß ist um sie stehenzulassen.

00:12:57: Was kam nach Verona?

00:12:59: Eine Weile noch das gleiche.

00:13:01: ich bin geblieben.

00:13:03: Ich hatte auch keine bessere Option.

00:13:05: Das hatte ich mir bewiesen, achtzig Bewerbungen.

00:13:08: Eine einzige Zusage mit schlechteren Konditionen.

00:13:11: Also bin ich geblieben und habe gehofft, dass es irgendwie ändert.

00:13:15: Hatte sich denn geändert?

00:13:16: Nein!

00:13:16: Es wurde eigentlich eher noch schlimmer oder noch schlechter.

00:13:20: Ich stand noch mehr im Fokus bei den Kunden wenn Dinge nicht so klappten wie vorher der Vertrieb es versprochen hat.

00:13:28: Projekte wurden abgebrochen und ich wurde dafür verantwortlich gemacht.

00:13:33: Die Einschränkungen wurden insgesamt nicht weniger und ich wurde auch nicht stiller.

00:13:37: Ich wurde unruhiger, dieser Kopf der immer Möglichkeiten sieht, immer neue Wege, immer Verbesserungspotenzial.

00:13:44: Der findet in einer Umgebung die alles beim Alten lassen will, haben wir doch schon immer so gemacht.

00:13:49: Da findet er keinen Ausgang!

00:13:50: Und dann kamen die Sendung ... ja, Höhle der Löwen.

00:13:54: Ich saß abends vor dem Fernseher und hab Gründer gesehen, aus einer eigenen Idee heraus.

00:14:05: Und plötzlich, das war kein langer Denkprozess, es war ein Moment da dachte ich hey naja das könnte ich doch auch.

00:14:12: deine Frau hat das anders gesehen.

00:14:15: zuerst ja sie hat versucht mich davon abzubringen und ich verstehe das vollkommen.

00:14:20: ich versteh's auch heute noch.

00:14:21: wir hatten ein Haus eine Familie Verpflichtung.

00:14:26: Selbstständigkeit ist kein sicherer Weg.

00:14:29: Sie hat das gesehen was sich in dem moment nicht sehen wollte Aber sie hat dich trotzdem unterstützt.

00:14:33: Ja, sie hat irgendwann gesagt ich unterstütze dich weil ich will dass du glücklicher bist und das war kein kleiner Satz.

00:14:41: Das war ein riesen großes Geschenk.

00:14:43: Und dann hast Du gegründet ja eigene Software eigene Richtung eigene Entscheidung Zum ersten Mal seit der Promotion.

00:14:51: das Gefühl Ich kann hier wirklich ich sein.

00:14:54: Hat es funktioniert?

00:14:57: Naja Es hat sich anders entwickelt als ich dachte viel schwieriger Viel chaotischer.

00:15:03: Aber und das ist vielleicht das Wichtigste, es war das erste Mal dass das Chaos mein eigenes Chaos war nicht das Chaos von jemand anderem dem ich ausgeliefert war.

00:15:13: Ich möchte an dieser Stelle aus dem Gespräch heraus treten Willkommen in der nächsten Folge.

00:15:17: nochmal zurück Wenn du das kennst dieses Gefühl mit einem Ergebnis da zu stehen auf das du stolz bist Und trotzdem nicht so passen wenn Du weißt wie es ist immer wieder neu zu erklären wer du bist und was du kannst Wenn du den Spatz in der Hand gewählt hast, weil du nichts anderes gefunden hast und dann jeden Morgen aufgestanden bist und gewusst hast – das hier bin ich.

00:15:43: Dann weißt du auch wie schwer es ist, in diesem Moment weiterzumachen!

00:15:47: Aber hier ist was ich dir mitgeben möchte an dieser Stelle….

00:15:50: die Entscheidung, die mein früheres Ich in diese Erschöpfung getroffen hat.

00:15:54: Den sicheren Job zu wählen?

00:15:56: Zu

00:15:56: bleiben?!

00:15:57: Das Thema auf der Messe zu wechseln?

00:15:59: Das waren keine Niederlagen.

00:16:00: Das war Überleben Das war ein Mensch, der mit den Mitteln funktioniert hat.

00:16:05: Die ihm zur Verfügung standen und irgendwann in einem Wohnzimmer vor einem Fernseher durch eine Frage einer Kollegin Durch den Satz seiner Frau die sagt ich will dass du glücklicher bist entsteht etwas neues.

00:16:18: Manchmal kommt er Wendepunkt nicht als großer dramatischer Moment manchmal kommt er leise Und man erkennt ihn erst später als das was er war.

00:16:29: Der erste Schritt aus seinem Muster heraus sieht selten heroisch aus.

00:16:33: Es sieht meistens aus wie eine Entscheidung, die man trifft, obwohl man nicht genau weiß wohin sie führt.

00:16:39: Aber das ist genug und das reicht!

00:16:45: Bevor ich mich verabschiede ein kurzer Hinweis auf mein Buch – es heißt Herzschlag im Nebel – ist eigentlich ein Kinderbuch aber auch für Erwachsene sehr sinnvoll zu lesen.

00:16:57: Es erzählt von einem zehnjährigen Kind, dass Muster erlebt, die es nicht benennen kann.

00:17:02: Das Mechanismen spürt, Dass sich seinen Weg bahnt durch eine Welt, die sich manchmal wie Nebel anfühlt.

00:17:10: Dicht undurchsichtig – ohne eine klare Richtung!

00:17:15: Und es ist auch meine Geschichte.

00:17:19: Alles was ich hier im Podcast erzähle, die Muster, die Schutzreaktion, die langen Umwege finden sich dort wieder nur durch die Augen eines Kindes.

00:17:28: Herzschlag im Nebel ist bei Amazon erhältlich und den Link dazu findest du in den Shownauts.

00:17:36: Also, wie ging es mit der Selbstständigkeit weiter?

00:17:39: Darum geht's in der nächsten Folge.

00:17:42: Was bedeutet Selbständigkeit wenn man ADHS hat?

00:17:45: Was kostet Freiheit?

00:17:47: und warum ist der Ausweg manchmal eine neue Sackgasse bevor er wirklich ein Ausweg wird?

00:17:54: also bis dann!

00:18:01: Das war Spurensuche Wege aus dem Trauma.

00:18:03: Wenn du selbst auf Spuren suche bist In deiner Geschichte Mit deinen Mustern Dann komm wieder gibt es eine neue Folge.

00:18:13: Und wenn diese Folge etwas in dir angestoßen hat, teile sie mit jemandem dem Sie helfen könnte!

00:18:18: Also bis zum nächsten Mal und mach's gut!

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